In Zusammenarbeit mit der Stanford University und der University of Manchester wurde von der HNO-Klinik eine neue Publikation veröffentlicht.
Die rhinologische Gruppe der HNO-Klinik der MedUni Wien, geleitet von David Liu und Faris Brkic, hat gemeinsam mit Forschenden der Stanford University und der University of Manchester ein Review zu Scoring-Systemen bei endoskopischer Nasennebenhöhlenchirurgie (ESS/FESS) im renommierten International Forum of Allergy & Rhinology publiziert. Das Paper wurde von Alexander Lein und Marie Ehrgott als Erstautor verfasst.
Im Fokus der Arbeit steht die Frage, wie das Ausmaß einer vorangegangenen Nasennebenhöhlenoperation objektiv erfasst und vergleichbar gemacht werden kann. Dafür wurden verschiedene Scoring-Systeme analysiert, die entweder intraoperativ oder anhand postoperativer CT-Bilder angewendet werden.
Eine zentrale Erkenntnis des Reviews ist die klare konzeptuelle Unterscheidung zwischen dem operativen Ausmaß und der chirurgischen Vollständigkeit: Während das operative Ausmaß beschreibt, welche Schritte während der Operation durchgeführt wurden, bezieht sich die chirurgische Vollständigkeit auf das anatomische Ergebnis nach der Operation. CT-basierte Scores wie ACCESS, CoSI und SSCS erfassen daher primär die chirurgische Vollständigkeit, während intraoperative Klassifikationssysteme wie LOEM eher das operative Ausmaß abbilden.
Diese Unterscheidung ist klinisch besonders relevant, da die Vollständigkeit der vorausgegangenen chirurgischen Präparation sowohl die Ergebnisse von Revisionsoperationen als auch das Ansprechen auf biologische Therapien beeinflussen kann. Strukturierte Scoring-Systeme können daher helfen, Patient-gezielter zwischen Revisionsoperation und biologischer Therapie zu steuern und sollten bei der Indikationsstellung für eine Biologika-Therapie berücksichtigt werden.
Die vollständige Publikation finden Sie hier:
International Forum of Allergy & Rhinology (IFAR)
https://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1002/alr.70191